REHA-ZENTRUM MASSORZ

Institut für Rehabilitation


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Tipps gegen den Streß


Entspannung pur – Präventionskurse gegen den Stress

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Stress als eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts ausgemacht. Laut Umfragen fühlen sich 40 % der Bundesbürger von der Arbeit überfordert und gestresst. Angst und Ärger, Depressionen und soziale Spannungen, aber auch körperliche Fehlhaltungen und Schmerz führen zu Stressreaktionen. Körperliche, seelische und soziale Spannungen verstärken sich gegenseitig. Das kennen wir alle: etwas „schlägt uns auf den Magen“ oder wir „zerbrechen uns den Kopf“.

Zum Umgang mit Stress wie auch bei der Stressbewältigung stehen heute sehr viele unterschiedliche Entspannungsverfahren zur Verfügung, die sich in der Praxis bewährt haben und deren Wirksamkeit hinreichend belegt ist. Einige von ihnen sollen hier einmal näher erläutert werden.

Autogenes Training (AT)

Das autogene Training ist eine auf Selbstbeeinflussung basierende Entspannungstechnik. Dabei wird das Ziel verfolgt, sich selbst in einen Zustand der Entspannung zu versetzen. Der Übende nimmt eine für ihn bequeme Haltung im Liegen oder Sitzen ein, in der die Muskeln vollkommen entspannt werden können. Die Übungen bestehen in der Grundstufe aus kurzen formelhaften Vorstellungen, die sich der Übende mit eigenen Worten konzentriert mehrere Male im Geiste vorsagt. Dabei versucht er, sich diese Vorstellungen möglichst intensiv vor Augen zu führen. Beherrscht man diese Grundübung, d.h. der Körper reagiert auf die Worte, arbeitet man in einer Weiterführung mit der Vorstellung von Bildern und selbst gewählten Situationen. Das Autogene Training kann bei vielen Beschwerden und Erkrankungen, z.B. Schlafstörungen, Muskelverspannungen und nervösen Verdauungsbeschwerden, aber auch einfach zur allgemeinen Entspannung angewandt werden.

Progressive Muskelrelaxation (PMR)

Die Methode der progressiven Muskelrelaxation (PMR) ist auch als progressive Muskelentspannung oder Tiefenentspannung bekannt. Sie geht zurück auf den amerikanischen Phsiologen Edmund Jacobsen, der bei sich selbst eine angenehme körperliche und seelische Entspannung feststellte, wenn er die Muskeln von Armen und Beinen zunächst anspannte und dann wieder lockerte. Durch die kräftige Anspannung der Muskulatur kommt es zu einer verstärkten Durchblutung des Muskels, in der Entspannungsphase wird dies als durchströmende Wärme empfunden. Ziel der Methode ist eine verbesserte Körperwahrnehmung, Zeichen körperlicher Unruhe oder Erregung (Herzklopfen, Zittern) sollen reduziert werden, Muskelverspannungen aufgespürt und gelockert werden. Diese Methode ist besonders leicht zu erlernen und kann ohne viel Aufwand angewandt werden.

Yoga

Yoga ist eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen umfasst. Bei uns wird vor allem das so genannte „Hatha-Yoga“ gelehrt, das anfänglich zur Unterstützung anderer Yoga-Formen konzipiert wurde, sich jedoch rasch großer Beliebtheit erfreute und schon bald als eigenständige Yoga-Form betrachtet wurde. Es besteht aus körperlichen Übungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation. Dahinter steht die Vorstellung, dass über langsam und konzentriert ausgeführte Bewegungen Körper, Geist und Seele vollkommen entspannen und gleichzeitig die inneren Organe gekräftigt werden. Die körperliche und seelische Ausgeglichenheit hilft, den Beschwerden gelassener zu begegnen und zusätzliche Energien zu gewinnen.

Tai Chi

Das Tai Chi (auch Taijiquan oder chinesisches Schattenboxen genannt) ist eine im Kaiserreich China entwickelte innere Kampfkunst und wird dort bis heute in vereinfachter Form als Volkssport betrieben. Die Bewegungsübungen vereinigen Atmung und Bewegung in einem strengen Ritual und werden in vielen Variationen und Stilformen ausgeübt. Die Bewegungen im Tai Chi werden im Zeitlupentempo ausgeübt, sind weich, locker und weit, sanft und geschmeidig. Die Funktionen der Systeme von Atmung, Verdauung, Kreislauf, Nerven und Muskeln, Knochen und Gelenken werden gleichzeitig angeregt und reguliert. Tai Chi wirkt entspannend und fördert die Körperkondition.

Qigong

Qigong ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform, die auch Teil der traditionellen chinesischen Medizin ist. Qigong-Übungen umfassen Körperhaltungen und Bewegungen, Atemübungen und geistige Übungen der Konzentration und Imagination. Mit den Übungen können körperliche, geistige und seelische Funktionen reguliert und gestärkt werden. Das übergeordnete Ziel der Übungen ist, Körper und Geist zu sammeln sowie innere Spannungen abzubauen. Die Aufmerksamkeit des Übenden richtet sich ganz ins Innere des Körpers, im Unterschied zum Tai Chi, das sich zwar auch nach innen, aber auch auf einen imaginären Partner richten kann. Die Übungen in der Bewegung sind gekennzeichnet durch einen ruhigen, runden, gleichmäßig fließenden Bewegungsablauf.

Welche Methode für Sie die geeignete ist, müssen Sie selbst herausfinden:

Menschen, die sich gut konzentrieren können, halten das Autogene Training für eine geeignete Methode sich zu entspannen, Menschen, die eher über ihren Körper Zugang zur Entspannung suchen, bevorzugen das Yoga oder das Tai Chi. Der Wert der jeweiligen Methode bemisst sich daran, wie Sie persönlich sich darauf einlassen können. Schon 15 bis 20 Minuten ganz bewusst in den Alltag eingebaute Übungen können Ihnen die nötige Ruhe verschaffen, um jene Probleme, die den Stress erzeugen, zu erkennen und zu bewältigen.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der BKK VOR ORT